„Dieser Krieg muss nachhaltig enden, damit die Menschen in der gesamten Region zur Ruhe kommen“
Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelische Landeskirche in Baden, hofft auf Frieden im Nahen Osten
Karlsruhe, (20.04.2026). Am Freitag, 17. April, um Mitternacht ist eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten. „Ich bin froh, dass jetzt eine Waffenruhe im Libanon verabredet ist. Und ich hoffe inständig, dass sie hält“, sagt Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, in einer Videobotschaft angesichts der weiterhin angespannten Sicherheitslage und vereinzelten Verstößen gegen die Vereinbarung.
„Ich habe in den letzten Wochen intensiv und mit großer Sorge in den Libanon geschaut. Wir hatten auch Kontakt zu unseren Partnern im Libanon in der Near East School of Theology und in den Gemeinden“, erzählt die Landesbischöfin. Sie sei einerseits erschüttert gewesen von den Schilderungen, wie viel tausendfaches Leid und welche Unsicherheit durch die Bombardierungen entstehen. Gleichzeitig zeigte sich Springhart beeindruckt davon, dass dieses so kleine Land in den vergangenen Jahren so viele geflüchtete Menschen aufgenommen hat. „Selbst in der Situation größter Bedrängnis haben Studierende, die wenigen, die noch da waren, für Geflüchtete gekocht. Sie haben geschildert, wie sie in anderthalb Kilometer Entfernung die Bombeneinschläge gehört haben in Beirut und sind dennoch losgegangen und haben andere unterstützt.“
Die Landesbischöfin betont: „Wir sind verbunden in dem Gebet um den Frieden und in der sehr klaren Haltung, dass die Waffen endlich schweigen müssen, dass Terror keine Zukunft haben darf und dass dieser Krieg nachhaltig enden muss, damit die Menschen in der gesamten Region, im Libanon, in Israel, in Palästina und auch die Zivilbevölkerung im Iran endlich zur Ruhe kommen, damit es eine friedliche Zukunft gibt.“
„Dieser Krieg war völlig unnötig“, sagt Stephen Lakkis, Gemeindepfarrer in Pforzheim und Friedensbeauftragter der badischen Landeskirche. Er ist im Libanon geboren. Als der Bürgerkrieg 1975 ausbrach, war es seiner Familie gelungen, das Land zu verlassen. Über Verwandte und Freunde pflegt er noch einen engen Kontakt zum Libanon. „Die Lage ist ziemlich schlimm. Es gibt mehr als eine Million Menschen, mehr als 20 Prozent der Bevölkerung, die jetzt auf der Straße leben. Die sind obdachlos, weil ihre Häuser nicht mehr existieren oder sie nicht zurück in diese Gebiete gehen dürfen.“ In einer kurzen Videobotschaft und einem längeren Interview blickt er auf die aktuelle Situation.
Sehen Sie hier das Videostatement der Landesbischöfin und die kurze Einordnung von Stephen Lakkis im Video. Lesen Sie das Interview mit Stephen Lakkis zur Lage im Libanon an dieser Stelle.






